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Schauplatz International und befreundete Künstler bespielen das Schlachthaus zur Saisoneröffnung

am Freitag, den 09.09.2011um 19:00 - 23:00
Schauplatz International (Bern/Berlin):

Spielort: Schlachthaus Theater Bern

Das Schlachthaus: Ganz am Anfang wollten wir eine Umfrage beim Publikum starten. Wir fragen uns nämlich öfters, was "die Leute" vom Theater erwarten.  Und was erwarten die, die nicht ins Theater kommen? Wir hätten die ZuschauerInnen gerne gefragt, welches Stück sie auf der Bühne sehen möchten. Möchten Sie einen Klassiker? Vielleicht "Nathan der Weise", "Die lustigen Weiber von Windsor" oder eher "Der König der Löwen"? Oder doch lieber etwas Neues? Eine Liebesgeschichte. Keine Beziehungskiste? Ein Stück, das zum Denken anregt? Ein sehr amüsantes Stück? Eine gute Unterhaltung mit Tiefgang? Wir hätten viele ausgefüllte Fragebögen gesammelt und hätten Schauplatz International beauftragt, ein Stück nach Wunsch zu produzieren...

Schauplatz International: Ist Kunst wirklich Demokratie? Ist Schauplatz International das absolute Gegenteil von dem, was alle wollen? Sind Wünsche nicht dass, was Theater sowieso befeuert, ohne sich an einen Schauspielführer zu klammern? Theater ist überhaupt eine Wunschmaschine, wie wir alle Wunschmaschinen sind. Darum baut die Wunschmaschine Schauplatz International mit all den Wunschmaschinen, die diese Spielzeit im Schlachthaus arbeiten werden eine eigentliche Wunschbürokratie auf, ein Service Center des Geheimen. Das Publikum ist eingeladen, das Haus des eigenen Unbewussten zu betreten und dort seine Wünsche kennen zu lernen und vorzubringen. Das Schlachthaus wird zu einer einzigen grossen Wunschmaschine, eine Anstalt für "materialistische Psychiatrie", wie sie Gilles Deleuze und Felix Guattari vorschwebte. Sie waren es ja auch, die uns Menschen als Wunschmaschinen bezeichnet und beleidigt haben. Aufmunternd beleidigt. Für D&G sind Wunschmaschinen beständig daran interessiert, sich zu verkoppeln. Wir sollen uns die Menschen und ihre Gemeinschaft nicht als eine Hauptplatine vorstellen, als Motherboard - dieses Ding, das im Computer drin ist und aussieht, wie eine kleine Stadt - dessen Teile immer dar miteinander kommunizieren möchten. Das tun sie - wir - natürlich, aber nicht weil ein Bediener, bei D&G das Kapital, ihnen das sagt, sondern weil wir selbst möchten. Doch wenn wir tun, was wir möchten, führt das zur Revolution und darum ist es uns lieber, wir sind Herr in unserem eigenen Haus. Genau dazu sind Bürokratien da. Sie können nicht übergangen werden. Oder ist es gerade umgekehrt? Wir der Wunsch stärker, je häufiger wir ihn formulieren müssen? Bürokratien haben ja einen Wiederholungszwang. Eine Stelle glaubt der andern nicht. Was passiert mit einem Wunsch, den wir immer und immer wieder äussern müssen. Wird er schwächer oder wächst er? Wird er grösser als wir selbst?

Wie damals, als mir der Gebrauchtwagenhändler den Saab angedreht hat, eine totale Gurke für 700.-. Gebrauchtwagenhändler sind die besten Wunscherfüller, er hat gespürt ich möchte aufsteigen irgendwie mich distinguieren mit einem 900 Saab total irratonal, und er hat mich darin bestärkt, hat mir die Gurke verkauft ohne mich zu bescheissen.... Mein Schwiegervater hat den Saab für 400.- losgekriegt bei Ricardo. (Der Saab hat einen Schalter der heisst black panel, der macht, dass die Armaturen verdunkelt werden, wir bei Nachtflügen von den Saab Düsenjägern... Aber Saab Flugzeuge hat gar nichts mehr zu tun mit Saab Automobil.

Schauplatz International spannt mit den Künstlerinnen und Künstlern zusammen, die in dieser Saison das Schlachthaus bespielen werden. Gemeinsam kümmern wir uns um das Wohl des Publikums. Denn mit Wünschen und Träumen kennen wir uns aus. Wer, wenn nicht das Theater, diese Traumfabrik wäre dazu prädestiniert, Wünschen auf die Welt zu helfen und mit Überlebenswillen auszustatten? In den Kammern, Treppen, Zimmern und Hinterzimmern des Schlachthauses sezieren wir die Wünsche des Berner Publikums. Betreten Sie das Haus der Träume und werden Sie jemand anders oder der, der sie schon sind. Und lächeln sie dabei! Diese Bürokratie ist nicht das Passbüro. Aber eine Einwohnerkontrolle ist es, das schon.

Dear Theatergoer, what do you want? A realistic trip to a make-believe world? Real feelings? Food for thought? Why do you go to the theatre? In this season’s opener, artists involved in this season’s projects will try to fulfill your wishes. Take a number. Please hold.

Cher public, que venez-vous chercher au théâtre ? Des vrais sentiments ? Des vies imaginaires ? De la profondeur ? De l’évasion ? De l’amour ? Pendant deux soirées, la machine de Schauplatz International exauce tous vos désirs. Voyez plus bas : le casting est impressionnant !


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Von und mit:

Martin Bieri, Anna-Lisa Ellend, Albert Liebl, Lars Studer , Phil Hayes, Rahel Bucher, Magdalena Nadolska, Franziska von Fischer, Oliver Meier, Beatrix Bühler, Michael Glatthard, Armin Kopp, Philippe Nauer, Francesca Tappa, Dorothée Müggler, Vivianne Mösli, Katja Brunner, Peter Zumstein, Valerian Maly, Grazia Pergoletti, Priska Praxmarer, Christoph Keller, Eva Maria Küpfer, Marianne Freidig, Martina Scherler, David Berger, Eva-Maria Bertschy, Manuel Bürgin, Daniel Mezger, Andreas Peter, Dennis Schwabenland, Benjamin Spinnler

Koproduktion

Schlachthaus Theater Bern

 


Film zum Stück

klicken Sie auf den untenstehenden link:

"Ausschnitt Videoprojektion": Roter Teppich am European Film Award,

 

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Foto zum Stück


Bote

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