in der Kaserne Basel 4. bis 6. Juni 2009
Der Performance-Begriff wird heute in zahlreichen Zusammenhängen benutzt. Wenn man einen Gebrauchskatalog für das Wort Performance erstellen würde, stünde der Begriff für den Anlageerfolg von Kapitalanlagen, für die Übertragungsgeschwindigkeit in der Kommunikationstechnik, für die Produktivität von Verwaltungsleistungen und - last but not least - auch für die künstlerische Performance. Die Verwendung des Begriffes impliziert neben dem gegenwärtigen Leistungsvermögen immer auch ein zukünftiges Potential. Ausgehend von der Bedeutungsvielfalt des englischen Begriffs Performance, erklärt der amerikanische Medienwissenschaftler Jon McKenzie diesen zu einem Schlüsselbegriff des 21. Jahrhunderts für unser kulturelles, soziales und wirtschaftliches Leben. Die Performance-Kunst, die in den 1960er Jahren aus der Bildenden Kunst hervor gegangen ist, hat andere Kunstdisziplinen wie das Theater, den Tanz, die Musik, die Literatur massgeblich beeinflusst. So hat die freie Theater- und Tanzszene in den letzten 15 Jahren verstärkt eine performative Sprache entwickelt und eine Praxis begründet, in der die Literatur und die Dramaturgie des 18. und 19. Jahrhunderts einer Dramaturgie des Medienzeitalters weichen musste.
«Zap!» findet in Zusammenarbeit mit plug.in und LISTE 09 – The Young Art Fair statt. Die Ausstellung von Yan Duyvendak wird im plug.in am Do 4.6. um 19 Uhr eröffnet.
«Zap!» wird gefördert durch: GGG, Pro Helvetia, Fondation Nestlé pour l’Art.
Zap! Das Performance-Office CH
27 BEGRIFFSERKLÄRUNGEN ZUR PERFORMANCE-KUNST
Die Kaserne hat 9 Künstler/Gruppen eingeladen, sich mit je 3 Begriffen der Performance-Kunst auseinanderzusetzen und so ein lebendes Lexikon zu erstellen. Präsentiert werden die Performances im Performance-Office, das die Bühnenbildnerin Martina Ehleiter eigens für den Abend gebaut hat. Die Künstler haben für jeden Begriff 5 Minuten Zeit - wechseln Sie an einem Abend im Schnelldurchlauf von «Virtuosität» und «Gender» zu «Entertainment», von «Pathos» zu «Travestie» oder von «Tableau Vivant» zu «Präsenz»!
PerformerInnen: Schauplatz International (Performancegruppe): Illusion; Tableau vivant; vierte Wand / Cie7273 (Choreographenkollektiv): Fest; Gender; Montage / Phil Hayes (Performer, Tänzer, Regisseur): Katharsis; Stimmlichkeit; Choreographie / Andreas Liebmann (Autor, Performer): Situation; Wirklichkeit; Publikum / Ariane Andereggen (Performerin, Videokünstlerin): Liveness; Virtuosität; Liminalität / Christophe Jaquet (Musiker, Performer bei Velma): Entertainment; Ritual; Pathos / Christian Müller (Performer): Präsenz; Textualität; Zeremonie / Rahel Hubacher (Schauspielerin Theater am Neumarkt): Dekonstruktion; Leidenschaft; Gefühl / Beatrice Fleischlin (Performerin, Tänzerin): Norm; Travestie; Figur.
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