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Kurztext:
Schauplatz International (CH/D)
Schauplatz (Anna-Lisa Ellend, Albert Liebl), 1999 in einem Dorf bei Biel (CH) gegründet,
Schauplatz was founded in 1999 in a small village in western switzerland near Biel/Bienne,
landete 2003 als Schauplatz International (Anna Lisa Ellend, Albert Liebl, Lars Studer) als artists-in-residence im Podewil/Berlin.
2003 the group was artist-in-residence at the "Podewil" in Berlin.
Seither besteht die Gruppe im Kern aus 4 Mitgliedern (Anna Lisa Ellend, Martin Bieri, Albert Liebl and Lars Studer) und arbeitet langfristig mit dem Musiker Matthias Wyder und hinzugezogenen SchauspielerInnen und KünstlerInnen (Juliane Werner, Seraina Dür,...) zusammen.
Schauplatz International now consisting in its hard core of four members (Anna Lisa Ellend, Martin Bieri, Albert Liebl and Lars Studer), is continuously working together with the musician Matthias Wyder and changing actors/artists (Juliane Werner, Seraina Dür,...).
Das außergewöhnliche Konzept der schweizerisch-deutschen Theatergruppe, ihre radikale Haltung gegen die konventionelle Repräsentanz der Akteure auf der Bühne, und die intensive Auseinandersetzung mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen machen sie zu einer der interessantesten freien Theatergruppen im deutschsprachigen Raum.
The extraordinary concept of this swiss/german theatergroup, its radical attitude against conventional representation of the actors on stage, and the intense elaboration of actual political and social themes, identify them as one of the most interesting free theatergroups in germanspeaking areas.
Schauplatz International ist Theater.
Schauplatz International is theatre. Schau-platz: Platz an dem sich eine Handlung, ein Vorgang abspielt; der Schauplatz eines Dramas, Romans, Unglücks.
in-ter-na-tio-nal: zwischen-, überstaatlich, nicht national begrenzt, mehrere Staaten bzw. Völker betreffend; internationale Handelsbeziehung, Vereinbarung; Internationales Olympisches Komitee IOK; Internationale Einheit IE durch internationale Vereinbarungen festgelegte Mengeneinheit für solche Arzneistoffe, die auf natürl. Wege aus Pflanzen, Organen usw. gewonnen werden (manche Antibiotika, Hormone usw.); internationales Einheitssystem SI System The/a/ter: 1 jede vor Zuschauern vorgeführte (Künstler.) Darstellung äußerer od. innerer Vorgänge (mit Hilfe von Figuren od.) durch Menschen selbst 2 Aufführung eines Bühnenstückes; das Theater beginnt um 8 Uhr; wir treffen uns nach dem Theater 3 Schauspielerei, Getue, Aufregung; das ist doch alles nur Theater!; Theater spielen, heucheln, etwas vortäuschen 4 Gesamtheit aller Einrichtungen, die mit der Schauspielkunst zusammenhängen u. der Aufführung eines Bühnenstückes vor Zuschauern dienen 5 Institution für die Aufführung von Bühnenstücken; beim Theater (angestellt) sein; zum Theater gehen, Schauspieler(in) werden 6 Ort an dem Bühnenstücke aufgeführt werden; was wird heute im Theater gegeben?; ins Theater gehen 7 Gesamtheit der Zuschauer bei der Aufführung eines Bühnenstückes; das ganze Theater lachte 8 Gesamtheit der dramat. Werke eines Volkes od. einer Epoche; griechisches, römisches, deutsches, englisches, französisches Theater; Barock Theater [ frz.: thatre, lat.: theatrum "Zuschauerraum, Theater", griech.: theatron "Schauplatz, Theater"; zu thea das Anschauen, die Schau: Schauspiel]
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Dressed in Glam clothing...
The inability of Schauplatz International to break through to the type of '90s post-punk live art prominence reserved for the likes of Schlinensief and Living Theater, the two artists Schauplatz International fell in between style-wise (and one only has to think about their weakest play, which ever it might be, to realize that Schauplatz International belonged in that high class) isn't all that easy to explain away. Any deep minded attempt to do so leaves one with a sort of abject sourness that can only be directed for, well, the human race. When a deserving group fails at to become something of a household name, the easy targets - the industry, the press, the drug problems, the coke-head producer who mangled what was supposed to be the "Big Play" - are normally fingered. But none of these targets truly apply here in the strictest sense. Most of the Schauplatz International's plays were shown in Germany and no German theatre executive can take any blame; they can simply point to the fact that Schauplatz International were merely respectable unit shifters - a prototypical cult act - on notorious underground stages in their hometowns of Biel, Bern and Berlin, so they wouldn't have fared well across the pond to enter the big scenes. The press was generally supportive, especially early on and especially the leftist one; they gave the group more positive reviews than most others, which makes perfect sense because none of the Schauplatz International's twenty plays suffered from uneven characteristics. Each one made progress from the previous and each one ranged from good to spectacular. Their plays had hooks and emotional impact without bombast, they confronted burning political issues without simply moping and falling into escapist chutes. They always took full advantage of the group's intellectual, mind-bending capabilities by richly coating themselves -- accessible and economical as ever -- with scenic atmosphere and wit that didn't hide the rock-solid analytic foundation the plays were built on. The members themselves weren't cute feuilleton idol types (though they were far from being tough on the eye), and they didn't have big personalities or say big things during interviews, but that's obviously no fault of their own. They were able to cultivate some followings in their hometown underground milieu, but aside from that, indifference and history have made them all but invisible.
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Politik Kulturpolitik PolitikKulturpolitik ist ein Konfliktfeld um die Verteilung von ästhetischer Macht, von öffentlicher Relevanz und Anerkennung, das heisst, um die Möglichkeit von privilegierter Weltbeschreibung. Die Beschaffenheit dieses Feldes, seine Struktur ist die Repräsentation der Beschaffenheit der tragenden Gesellschaft, um deren sogenannte Kultur es sich handelt. Die Beantwortung der Frage, was überhaupt Kultur sei, was Populärkultur und was Hochkultur zum Beispiel, und welche Position sie innerhalb des fraglichen kulturpolitischen Feldes einnimmt, ist Teil des Selbstkonstitutionsprozesses einer Gesellschaft und insofern können kulturpolitische Auseinandersetzungen gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen sein, gerade und besonders im Hinblick auf die Verteilung der Mittel und die theoretischen und ideologischen Begründungen dafür. Und wie die bürgerliche Gesellschaft bewegt sich die bürgerliche Kulturpolitik auf den zwielichtigen Wegen zwischen dem scheinbar freien Markt der Kulturindustrie und der planwirtschaftlichen Produktion von Ideologie, deren scheinbarer Marktwert die Freiheit ist.
Selbsternannt oder so wahrgenommene linksprogressive KünstlerInnen, Theatergruppen in diesem Fall, sind für den freien Kulturmarkt deshalb so interessant, weil sie bereit sind, in aller öffentlichkeit und unter vollständiger Missachtung ihrer eigenen und ebenso in aller öffentlichkeit immer wieder deklarierten Prinzipien nach neoliberalen Grundsätzen zu funktionieren, d. h. ständig ihre eigene Kapitulation zu exekutieren und vorzuführen. Es geht bei dieser Beschreibung nicht darum, wieder einmal den Trauergesang über den angeblichen Verlust von so etwas wie "Underground" anzustimmen. Es geht um die Produktion einer ganz spezifischen Form von ästhetischen Phänomenen und spektakulären Ereignissen, die programmatisch kulturelle Kritik am Neoliberalismus suggerieren, letztlich aber eine Proliferation der neoliberalen Verhältnisse betreiben, indem sie die geforderte Prekarität von Arbeitsverhältnissen in einem Mass reproduzieren, dass es jedem "geregelten Arbeitnehmer" schwarz vor Augen werden müsste. Und immerhin sind es nicht zuletzt diese "geregelten Arbeitnehmer" die als Gestalter von produktionstechnischen Rahmenbedingungen wie Subventionen, Koproduktion oder öffentlicher Wahrnehmung für diese leidensintensive überhitzung der gefrässigen Kulturmaschinerie verantwortlich sind. Insofern handelt es sich hier einerseits um eine Diskussion der Rolle der Kultur im derzeitigen Kapitalismus und andererseits um die Repräsentation des derzeitigen Kapitalismus in der Kulturpolitik. Es handelt sich also um eine Diskussion des derzeitigen Kapitalismus itself.
Es gibt dabei allerdings mindestens ein Problem und das ist das Problem kritischer Kunst schlechthin: Sie ist schick. Schick, für ein neobürgerliches Publikum, das sich an seiner moralischen Unzulänglichkeit weidet und sie im Selbstgenuss aufgehoben glaubt. Schick für eine bürgerliche Kulturpolitik, die sich Liberalität auf ihre blutigen Fahnen schreiben kann und nicht davon abzusehen braucht, weiterhin die Ideologie der bürgerlichen Herrschaft zu reproduzieren. Kritische Kunst stört da nicht, im Gegenteil, ohne Verankerung in einem realen politischen Projekt, trägt sie zur ästhetisierung von Gesellschaft bei und damit zur Verschleierung realpolitischer Konfliktfelder: Der schöne falsche Trost der kritischen Kunst. Kritische Kunst als ästhetisches Programm wird zum Standortfaktor im Konkurrenzkampf der metropolurbanen Themenparks "Stadt" - Hier können Sie kritische Kunst geniessen wie nirgends sonst! Es wird Sie schaudern! - ohne dass sie inhaltlich mit diesen Städten wirklich etwas zu tun hätte. - Machen wir ein Festival draus, kennst du einen DJ? - Unnötig zu betonen, dass gerade diese scheinbare Produktion von politischen Diskursen zur realen Marginalisierung ebendieser Diskurse führt. "Konsequenzverminderung" heisst das Phänomen in der Theatertheorie. Und ein bisschen kritische Theorie würde der Kunst und gerade dem Theater gegenwärtig offenbar gut tun, der Kulturindustrie hingegen natürlich nicht.
Wie und unter welchen Umständen aber wäre es denkbar, Kunst, die sich als kritisch versteht, zu ermöglichen, ohne sie ständig in die Falle laufen zu lassen, durch die Verhältnisse, in denen sie stattfindet, sich selbst und alle realpolitischen Andern, deren Ziele kritische Kunst zu teilen behauptet, verraten zu müssen? Wie müssten Verhältnisse aussehen, die Kritik ernsthaft ermöglichen, d. h. wie müssen Verhältnisse aussehen, die Produktion und Existenz von Kritik unter andern Umständen ermöglichen. Darum soll es gehen.
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SPIELPLANSKIZZE
Theater: Die Mitarbeiter des Hauses strömen aus im Einzugsgebiet des Theaters. Sie zeichnen Geschichten auf, fotografieren, etc. Alle erstellen eine Art Karte des Einzugsgebiets. Sie fragen die Menschen, was sie von ihrem Theater wollen, was das Theater können soll. Daraus resultiert die Eröffnungsveranstaltung:
La Stubete
Stücke: Stützen der Gesellschaft, Ibsen
Die Lokalbahn, Thoma
Jeppe in den Bergen, Holberg
Das Werk, Jelinek
Der Generalstreik/Grève générale, Bieri
Unsere kleine Stadt, Wilder
Wie Ida einen Schatz versteckt und Jakob keinen findet, Beyeler
Drei Nüsse für Aschenbrödel/ Tri orísky pro Popelku (Filmbearbeitung)
Bearbeitungen:
Don Quichote/ Lost in La Mancha, (Dokumentarfilmbearbeitung)
La misère du monde, Bourdieu (Bearbeitung)
La distinction, Bourdieu (Bearbeitung)
Tristes tropiques, Levi-Strauss (Bearbeitung)
Projekte:
GM/AUTOPHON Kapital auf der Flucht Ein Abend über die Geschichte der beiden Firmen und deren Mitarbeitern, deren Firmenmusik, deren Firmensport deren Firmen etc, die für Solothurn wie auch Biel prägend waren
Der Kongress der Internationalen in St.Imier / L'internationale à St. Imier
Das Nachstellen des Kongresses, der Internationalen in St. Imier. Gegen das Vergessen, dass am Rand , in einem Tal unweit des Theaters historisches geschah.
Die Korrektion / La Correction über die Juragewässerkorrektion. Wie sie die Landschaft aber auch die Geschichten und Biografien der Leute verändert hat.
Jura brennt /Jura libre über eine Zeit, da Terrorismus und Befreiungskampf, zwei Urelemente der Eidgenossenschaft ganz nah stattfand.
Le marché libre / Der freie Markt Eine Arbeit über Angebot und Nachfrage, Regulation etc. an hand der Wochenmärkte in Biel und Solothurn
SHOWDOWN in Galmiz Ein Monumentalwestern Spektakel, Freilicht mit dem Dorf Galmiz und Umgebung als Kulisse über ein Unternehmen, dass sich versucht anzusiedeln.
EFH/MFH/HH/EKZ- Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Hochhaus, Einkaufszentrum Eine Arbeit über das Wohnen. Der Traum vom Eigenheim am Rand der Stadt, nähe Einkaufszentrum, oder im Mehrfamilienhaus, im Hochaus. Wer wohnt wo? Warum?
RED LIGHT / SEXBUSINESS Eine Arbeit über die finanziellen Hintzergründe der Sexindustrie. Wer schöpft den Mehrwert ab? Wer sind die Kunden, wer sind die Anbieterinnen?
EDUCATIONAL TOTAL FAMILIAL
Kinder lesen Texte zur Kindererziehung und zur Familie.
Ständige Nebenaktivität: ASYL: Asylanten halten reden zum 1. August, und es wird einmal pro Woche auf die Zustände im Asylbereich hingewiesen, wie wir die Fremden behandeln, so sind wir!
ACTION Péripherique, Internetradio mit Berichten vom Rand, die sonst keine Erwähnung finden, wie z.B. Wirtschaftsmeldungen wie es dem Lebensmittelgeschäft in Court geht.
ZUR MORALISCHEN ANSTALT
Spezial:
FOREVER YOUNG AND CREATIV Anlässlich der Literaturtage in Solothurn setzten sich die Absolventen des Autoreninstituts in Biel mittels eines literarischen Erzeugnisses mit dem Literaturbetrieb auseinander.
ACTION Anlässlich der Filmtage, produziert das Theater selber Filme.
Musiktheater
Opern:
INTOLLERANZA, Luigi Nono Moderne Oper in zwei Teilen um einen Flüchtling zwischen den Welten. Die Suche nach der Hoffnung auf ein besseres Leben.
Bearbeitungen:
Les nègres / La sexualité des voix, eine Genet Bearbeitung Doppel-Chorprojekt zum Thema Sexualität und die Problematik von Aids in und um uns.
Grand Prix Volksmusikoper, ein Drama um Populäres und Elitäres
Projekte:
Super8-Oper Matthias Wyder Realitätsschnipsel.
Dune, der Wüstenplanet
Eine musikalische Filmbearbeitung
KOR
"Kinder ohne Reue", ein Kinderchor probt den Aufstand.
Babylon: die permanente Sprachverwirrung Dieses Projekt bemüht sich um die gesprochenen Sprachen in Biel, Amateurchöre aus der Region führen Vokale Musik in den marginalen Sprachen Biels
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Interviews
Interview 1:
Hallo
Hallo
Ihr habt ja schon diverse Arbeiten realisiert.
Ja.
Also Angafangen hat das Ganze mit einer Schiffsfahrt auf dem Bielersee zum Thema Untergang.
Ja. Dann der erste Erfolg Everest, eine Konferenz mit überlebenden der Bergkatastrophe 1996 am Everest.
Ja.
Es folgte ein Kurswechsel. Faust. Ein TV Projekt begleitet von einer Band, einer Spielshow.
Richtig. Ihr habt also in Bern Bethlehem und Bümpliz Faust mit Leuten gelesen und in ein Fersehmagazin überführt, mit verschiedenen Gefässen.
Ja.
Es wurde leider nur auf einem Servicekanal ausgestrahlt.
Ja.
Aber immerhin, vermutlich hattet ihr trotzdem nie soviel Zuschauer wie damals.
Glaub ich auch.
Das billigste Fernsehen haha...
Ja.
Dann ein Familientherapeutischer Bunter Abend.
Ja.
Davor hatte ihr noch diese christliche Andacht zum Thema der Arbeit , die ihr auf die Passion Christi projezierte. In Luzern.
Ja. Dann ein Prozess, das Vorstellen eines Möglichen Prozesses, Modelprozesses, über den 11. September.
Also welchen.
Den 11. September halt.
Ja den 2001, oder 2000?
Auf jeden Fall nicht den 1973.
Nein.
Dann hattet ihr diese Diashow.
Ja,
Mein Afrika, wo ihr nur Dias gezeigt habt, von hier Schweiz , Deutschland und so.
Ja.
Die aber wir exotische Bilder vom schwarzen Kontinent kommentiert habt.
Ja. ist ja auch exotisch. Du hast ja in dieser Arbeit Leute vor ihren Reiheneinfamilienhäusern interviewt, und fandest die Leute sehr sympathisch.
Ja.
Nicht mehr oder weniger spiessig, wie die, die eure Vorstellungen besuchen kommen.
Ja. also nein.
Haha.
Jetzt kam dann also schon Attacke Szenen des Widerstandes.
ja. Ein Abend, an dem ihr die Identität gestandener Wissenschaftlet bzw. deren Nachfolger euch aneignet und den Widerstand gegen unser System entmystifiziert.
Ja. Z.B. sagt die Wissenschaftlerin, Widerstand sein natürlich.
Ja.
Ihr dokumentiert das mit Modellen und mit Videos, die ihr nachagiert.
Ja.
Was kam dann.
Fisch. Ja also Keiko. Ist ja ein Säugetiet und kein Fisch.
Ja.
Ihr seid also nach Norwegen gefahren, und dort war der Fisch im Fjord.
Ja. den man versuchte wider natürlich zu machen
Genau. Das hat euch interessiert, weil der Fisch ja erst dressiert wurde, einen Fisch zu spielen, der ausbrechen möchte, und dann sind die leute das Publikum so ergriffen, dass sie sich dafür einsetzten, dass der Keiko, Willy ist sein Filmname, also wieder natürlich wird, krank
Ja.
Das hat euch an euren Beruf erinnert.
Ja. Und da habt ihr das Stück geschrieben zum erstenMal so richtig geschrieben, habt es aber nie selber gespielt sondern nach Leuten gesucht, die echter sind als ihr
Ja. z.B. habt ihr für den Indianer mal einen Typen genommen , der in Berlin Marzhan Latein unterrichtet, weil das irgendwie indianisch ist.
Ja. Und für den Wal, der nur spielen will, und ja wenn er spielt genauso echt ist, wie seine Kumpels, die draussen Robben jagen, habt ihr einen richtig klassischen Schauspieler gesucht, der immer spielt und irgendwie auch nicht normal ist.
Ja. Das Stück hiess Free Keiko the Orca. der wal der willy spielte, was ist echt natürlich frei?
Genau. Am schluss des Stückes gab es ja noch eine quasi ehcte Diskussione, mit Experten, zu den im Titel gestelten Fragen.
Ja. Also ein Gefägnissdirektor redet über Freiheit, eine Castingfrau über unechte Schreiner, die aber irgendwie echter sind als echte, und Kameraleute, die Lieber Menschen filmen, die zwar unechter sind als Tiere, aber das machen was man sagt.
Ja.
Dann kam Chateau Europe I.
Ja. Eine Arbeit über das Asylverfahren in der Schweiz.
Genau. Ihr habt Menschen interviewt, die Menschen interviewen und dann entscheiden, ob ihre Gründe zur Flucht mit unserer Gesetzeslage übereinstimmen.
Yes. Da hattet ihr dann das Gefühl, dass das ganze eigentlich mit Theater zu tun hat, aber eigentlich nichts mit Theater zu tun haben sollte.
Genau.
Eine Art Vorsprechen.
Ja.
Ihr habt euch dann entschlossen eigentlich mit eurer Recherche beim Publikum vorzusprechen und anzukommen.
Ja. das Stück heisst also Superasylantenslam.
Ja. Ihr seid dann nach München an ein reiches Theater in der Innenstadt, dass eine kuratierte Reihe über einen armen Stadtteil am Rand gemacht hat.
Genau. Da seid ihr dann aber gar nicht hingefahren. ihr habt euch eingeschlossen und wie Karl May Interviews geschrieben mit eurer Fantasie über die Misere.
ja. Um eure Position und die Position des Theaters zu reflektieren. Die weil ihnen der Stoff ausgeht sich auf die Misere stürzen und sie ästhetisieren.
Ja. ganau das macht ihr ja auch. das ist ja zu einem Markenzeichen geworden. Sozialkritisch zu sein. Aber ihr müsst ja leben und das liefern was der markt von euch verlangt.
eben.
und ihr seid ja im Teich der grossen Verbrecher, die aus dem Elend Profit ziehen, Kleinverbrecher, sagtst du immer.
ja. immer. Vor München wart ihr ja noch am Neumarkt.
genau. habt einen Abend über Einbürgerung gemacht.
Genau.
seid zu den gemeinden gegangen, zu euren Wohn und Heimatgemeinden und habt sie nach dem Verfahren befragt.
Ja. Dann habt ihr euch auch versucht in die Institution einzubürgern ins Neumarkt.
Ja.
Habt euch erkundigt nach den Erwartungen, die das Theater an euch hat, und dann, was jeder verdient.
ja.
Und alle verdienten mehr als ihr.
ja. Hast du wünsche für die Zukunft.
Ja 3000.-CHF/Monat verdienen. Würdest du euch so beschreiben, wie es ein Fussballkollege von dir getan hat, der gesagt hat: "Ich habe keine Ahnung von Theater, aber so wie ich das sehe seid ihr eine Art generalunternehmen."
Ja. Eure Arbeitsweise ist vielleicht auch so zu beschreiben: Du hast mir erzählt, dass du über die feiertage im Wallis warst, in einem Chalet, in einem halbverlassenen Ort. Im Chalet waren an den Wänden Spuren von entfernten Bildern. Du hast die Wand dann mit einem Blitz fotografiert und erkannt, dass an der Wand Schatten von einem enfernten Kruzifix und zwei flankierenden Bildern zu sehen war. Du hast dich dann gefragt, welche Bilder die besitzer entfernt haben und welche sie warum an den Wänden gelassen haben.
Ja.
Interview 2:
Schauplatz International = SI
Luder Star = LS
SI Hallo erstmal
LS Hallo SI Wie würdest Du Deine Arbeit als Schauplatzspieler beschreiben? LS oh ja das ist ein wunderschönes Wort: Schauplatzspieler. Da ist ja nicht nur der SCHAUSPIELER, da ist auch der auf einem Schauplatz Spielende gemeint! wunderbar, und in der Tat, wir stellen natürlich durch den Transfer eines Schauplatzes in eine ich sage jetzt bewusst "kollektiv nochmals erfahrbare Zeit hindurch" (und ich sage nicht "auf die Bühne", weil wir nicht immer auf Bühnen gearbeitet haben und auch nicht immer auf Bühnen arbeiten werden), so stellen wir eine Referenzebene zur Realität her, die es dem Zuschauer ermöglicht zum Grund des Theaters wieder vorzudringen, nämlich sich politisch und geistig zu bilden.
SI: Und wie sieht das praktisch aus?v LS: Wir arbeiten zu viert. Bis jetzt gibt es keine explizite Aufgabenteilung, ich meine keine, die man sich vornimmt, zack und so, in der und der Hierarchie hat es zu funktionieren. Es gibt aber eine zwingende Aufgabenteilung, eine, die sich aus sich heraus oder durch äussere Umstände ergibt. Ja, das Reagieren auf äussere Umstände ist womöglich das Kennzeichnendste dieser Arbeit.
SI: Das Kennzeichnetste?... LS: Das Kennzeichnennnndste, ja. Schauen Sie, dieses Reagieren geht in unserer Arbeit zum Beispiel soweit, dass ein eigentlich nicht schlecht aufgeklärter Freund sich über unsere Produktion "9/11 - The Trial" dahingehend ereifert, dass er sagt, wenn er bei Proben zu "Kaufmann von Venedig" zugegen ist, er etwas von der Dimension dieser Katastrophe 9/11 "spürt", bei uns hingegen nur Anmassung gegenüber den Toten. Wir haben allerdings bei dieser Arbeit gemerkt, dass einer der Haken an dem Thema, genau in dieser Identifikation mit dem Grauen liegt, das Er"fühlen" von Wirklichkeit, Hahahahah!!!!, dass also die Rituale der politischen Kommunikation darauf abzielen, den Menschen zu identifizieren mit den Opfern, ihn mitfühlend zu machen und ihn anschliessend in der solcherweise erreichten grossen Gemengelage akzeptierend zu halten, dass er auch unter diesen neuen Umständen und explizit in diesem Thema des "Terrorangriffs" zum Täter werden darf. Anders ausgedrückt: Hier wird aufgeräumt mit uns, mit dem Hinterfragen, dem kritischen Verstehen und an dessen Statt erscheint wieder ein als überwunden geglaubter Trieb, die Kollektiv-Rache. - Und das ist genau das Gegenteil von dem, was wir wollen: Wenn also beispielsweise Asna Lnia in "9/11 - The Trial" als Zeichnungslehrerin über die zeichnerischen Verkürzungen der zum Sprung angespannten Arme eines WTC-Opfers vor dem Sprung spricht, diesen verzweifeltsten Menschen auf der Sesselkante dar-stellt und im Anschauungsunterricht auch noch die 20cm auf den Bühnenboden springt, dann heisst das in der ersten Zuschauerreaktion natürlich "nein aber da muss ich ja lachen, das darf man doch nicht machen, herrgottsternen, da lacht man über den Tod", und "bezieht Stellung gegen Amerika in der billigsten Charge". Im zweiten Moment aber und der ist der Wichtigere, denn hier lässt sich die eigene Reaktion überhaupt erst bewusst machen, im zweiten Moment wird die Fragwürdigkeit der detailreichen Berichterstattung als Identifikationstool beschrieben, hier darf man Worte wie zum Beispiel "zeichnerische Verkürzung" durchaus auf diese gesellschaftliche Ebene, dh. auf die Realität übertragen. Verkürzung nämlich braucht man für die Identifikation, seis in der Politik, bei der Berichterstattung, im Theater immer! Also erarbeitet sich AnsaLina durch das Zusammenspiel von Kontexttransfer ins Zeichnerische, Theater-übertreibung und gerade eben auch inhaltlicher Verkürzung, eine überaus wertvolle Waffe des Hinterfragens. Dies sage ich übrigens hier zum ersten Mal, das würde so nie am Abend propagiert werden, weil es im Zuschauer eine Vorwegnahme des selten stattfindenden Aufklärungsprozesses bedeuten würde. Und ich weiss auch nicht, was meine Compagnera und beiden Compagneros davon halten, aber: Schauplatz International will nicht belehren, wir wollen Möglichkeiten schaffen den Blick auf die Realität zu befreien! eso! Tabula rasa machen mit der Information, wenn sie so wollen.
SI: Ja gut versteh ich aber... LS ...9/11 ist eines der schönsten Beispiele wie sich Journalisten und Politiker überschlagen mit verkürzten Halbwahrheiten, mit als realistisch dargestellter Fiktion, mir kam es so vor, dass hier in einer "immediate response" solange und soviel gebrabbelt, verwertet, beschwört, allgemein geschrien wurde, dass das Nachdenken gar nicht erst eingesetzt hatte, dass keiner sich letztlich noch traut, die eigentlich wichtigen Fragen zu stellen. Diese Sensation ist uns eigentlich verleidet, das Wissenwollen, "wie konnte das geschehen?" ebenso, wie nach übermässigem Tortenkonsum, der Appetit. Und AnliSana schafft hier diesen wundervoll hellen Moment mit den Werkzeugen des theaterhaften Vorführens. EInfach wunderbar. Ein Moment, der endlich wieder Hunger macht. SI Wann gibt es Momente, in denen Du bewusst auf Konventionen verzichten, oder nicht verzichten willst. und warum tust du das überhaupt? LS Zunächst einmal: Man kann Konventionen ja sehr negativ beschreiben, als Hindernis zum Neu-Sehen. Das ist meistens dann der Fall wenn die Konventionen überkommen sind. Man kann sie aber auch, und das tun wir sehr oft, eigentlich immer (schaut fragend die andern an), einsetzen, wenn sie vehikulös zur Verständigung da sind. Man kann Konventionen demontieren in dem man sie verwendet. Wichtig ist, das Denken wieder möglich zu machen. In diesem Sinne Tabula Rasa Ja. Treb al Beill, unser kräftiger Kopf, hat bei unserer vorletzten Arbeit,... SI: äh, Entschuldigung wie hiess das Stück? LS: "Boucherie Nationale Schweizer Fleischbeschau" über die gängige schweizerische Einbürgerungspraxis, ja, also Bleibart Erl, unser überaus erfindungsreicher Tor, hat aus dem Stegreif die Konvention der klassischen Gegenüberstellung gewählt. Es ging im Groben um die Einbürgerungspraxis der Stadt Winterthur, der Präsident der dortigen Einbürgerungskommission, der CVP Stadtrat Soundso war im Publikum anwesend. Er hatte uns in einem Interview hochtrabend über seinen Kampf gegen Willkür berichtet (man musste jedoch bei genauerem Hinsehen erkennen, dass leider nicht einmal die Grundregeln der Chancengleichheit der Bewerber beachtet werden). Alter el Bibl also, unser ehrlicher Bote, nimmt jetzt seinen ganzen Mut zusammen um dem Mächtigen Stadtrat vor versammelten Zuschauern diese fundamentale Kritik vorzubringen und ihn zu outen. Das geschieht spontan und der Stuhl der am Ende zu Bruch geht, weil es anders nicht zu machen war, steht grossartig für die Zerschlagung der überkommenen Strukturen, seine Trümmer liegen dem perplexen Politiker zu Füssen. Eine gleichsam ungeheuer spannende als auch unvorhersehbare Wendung und eine Verwendung der klassischen Gegenüberstellung. Blair Lebet, unser mutiger Wirbelwind, wird plötzlich zum Revolutionären in der wirklichen Normalität... (räuspert sich) SI Sind Konventionen automatisch gleich Einschränkungen der freien künstlerischen Entfaltung? LS Haben Sie zugehört?
SI ...jjja LS mitgedacht?... na egal um Ihnen unseren Umgang mit Demontage zu verdeutlichen möchte ich ihnen jetzt noch kurz ein letztes Beispiel füttern: Tina Birimre hat bei unserer Show Free Keiko, The Orca. Der Wal, der Willy spielte. Was ist echt, natürlich, frei?" aus seiner fundierten Bildung heraus eine halbstündige dramaturgische Einführung gehalten, wie das Stück zu verstehen sei. Die so überzeugend war, weil eben dieser Inam R. Bitier das Problem der Deutungshoheit zum Zentrum seiner Argumentation gegen die Unterhaltungskunst machte. Gleichzeitig baute eben dieser Jim Erbarn ein Brimborium sondergleichen auf, was gleich hinter dem Vorhang als Stück zu sehen sein werde, wie unglaublich teuer das Bühnenbild gewesen sei, dass man endlich echtes und viel Wasser auf der Bühne sehen werde, grosse Emotionen etc. also ungefähr das, was Produktionen tatsächlich versuchen, wenn sie in den Olymp der Kunst kommen wollen (siehe Faust Stein) und was sah man? Kommen sie am 19. oder 20. Februar in die Gessnerallee dort erwartet sie unglaublich echtes Theater... (steht auf und geht) SI àh das Thema der Veranstaltung ist ja Tabula Rasa. Was reisst ihr runter?
LS: Was heisst hier unten?
SI Wie? LS (rutscht aus und fällt, schlägt sich beinah am Regal den Kopf und geht zu Boden)
SI Hahahaha! achtung tabular! a sa! Hahahahaha
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Bisherige Arbeiten
1999
- "s.o.s - sinkt mit uns", Erstproduktion von Schauplatz.
Eine Kreuzfahrt auf dem Bielersee zum Thema des Untergangs.
2000
- "Everest 96 - the summit", eine Gipfelkonferenz mit den überlebenden der Tragödie am Everest 96.
Co-Produktion mit dem Theaterhaus Gessnerallee und dem Theater Neumarkt, Zürich. Teilnahme am Hope&Glory Festival, Zürich. Aufführungen in Magglingen, St.Moritz (Fest der Künste), Thusis (Alpines Kulturfestival), Bern, Zug, Solothurn, Zürich, Frankfurt, Podewil Berlin ("reich&berühmt 2001"), Bergen international theatre, Norwegen ( Festival Meteor 01). Preisträger von Impulse 2000, off-Theater-Festival des Kultursekretariats Nordrheinwestfalen
2001
- "FIST", ein vielfältiges Unterhaltungskonzept.
März-April Schauplatz TV, "Fahndung Faust 1, ds Magazin in und us Bümpliz Bethlehem", eine zehnteilige Fernseharbeit zu Faust 1, Ausstrahlung auf dem Cablecom Infokanal Bern. Dazu vier Live-Events mit lokalen Vereinen bzw. Organisationen. Gleichzeitig Gründung von Mr. G. & the Fist Show Big Band, Auftritte an den Live-Events. Co-Produktion mit dem SchlachthausTheater Bern, gezeigt in Bern, Biel, Zug, Zürich und Frankfurt.
- "Habiter c'est vivre"
Dokumentarfilm über die Lebenssituation von Asylbewerbern in der Schweiz, in Zusammenarbeit mit IGA Solothurn, SOS Racisme, Im Rahmen des "Black movie" Festivals in Genf gezeigt.
- "Fortsetzung FIST"
Schauplatz TV "Faust 2 - natürlich in Zürich", Ausstrahlung auf dem Cablecom Infokanal in Zürich, während des Zürcher Theater Spektakels (16.8-2.9).
- "Fistgame live!" ein Spiel zu Faust 1 und 2, Co-Produktion mit dem Zürcher Theater Spektakel, unterstützt durch Pro Helvetia, gezeigt in Zürich (Theater Spektakel), Biel, Zug, Frankfurt. Auftritt von "Mr. G. & The Fist Show Big Band" in der Totalbar, Zürich.
2002
- "Passion Arbeit, eine Andacht."
Co - Produktion mit dem luzernertheater. Einladung zu "hope&glory 2002", Zürich, Einladung zu "reich & berühmt 2002", Podewil Berlin. Gezeigt in Luzern, Zürich und Berlin.
- "Bunter Abend: Put up your family!"
Co-Produktion Schlachthaustheater Bern. Gezeigt in Bern, Berlin und Zürich.
2003
- Schauplatz International (Ellend/Liebl/Studer)
Artist in residence am Podewil Berlin
- "9/11 - The Trial" Co-Produktion luzernertheater und FFT Düsseldorf
Einladung "reich & berühmt 2003", Podewil Berlin. Gezeigt in Luzern, Berlin und Düsseldorf.
- "Mein Afrika - Drei Diaabende"
Schlachthaustheater Bern, Podewil Berlin. Gezeigt in Bern und Berlin.
- "Attacke - Szenen des Widerstands"
Co-Produktion Podewil Berlin und FFT Düsseldorf. Gezeigt in Berlin und Düsseldorf.
2004
- "FREE KEIKO, THE ORCA. DER WAL, DER WILLY SPIELTE. WAS IST ECHT, NATÜRLICH, FREI."
Co-Produktion Podewil Berlin und Schlachthaustheater Bern. Gezeigt in Berlin, Bern und Genf.
- "Château Europe. Der Superasylantenslam"
Gezeigt in Bern und Zürich, eingeladen zum Festival für Politik im freien Theater Berlin November 2005 organisiert von der Bundeszentrale für politische Bildung.
- "Boucherie Nationale"
Theater am Neumarkt, Zürich.
- "In the Ghetto. Bling. Bling."
Kammerspiele München.
2005
- "King Kong an den blutigen Stränden der Zivilisation"
Kammerspiele München, Belluard Bollwerk International Fribourg,
- "Chants et danses au temps de la lutte des classes. 10 Arbeiterstammtische"
Stadttheater Biel.
- "Dem Berg entgegen" und "Eiger - the Reconstruction of Structure", Videos.
Palast der Republik, Berlin.
- "Atlas of Catastrophes - The Beauty of Desaster"
HAU Berlin, Rote Fabrik Zürich und Schlachthaus Theater Bern.
2006
- "Bekennervideo", Video.
Kino Reithalle, Bern.
- "Auf der Suche nach der verschwundenen Stadt"
Schauspiel Essen, Essen.
2007
- "King Kong an den blutigen Stränden der Zivilisation"
Neuauflage Tojo Reithalle Bern und Fabriktheater Rote Fabrik Zürich
- "Stadt des Schweigens - Inselrevue", Eigenproduktion
Premiere 18.1. 2007 in Zug. Fortsetzung in Zürich, Bern, Solothurn und Biel
- "homestory", Ausstellung, Colonialwarenladen im Schlachthaus Theater, Rathausgasse 20, Bern
offen bis auf weiteres
- „Expedition an den Rand der Welt“
Schauspiel Essen, Schlachthaus Theater Bern
2008
-„ Hop on Hop off Identity Tour “,
Premiere Februar 2008 Münchner Kammerspiele.
-„Hop on Hop off Identity Tour “,
Hörspiel für den Bayrischen Rundfunk, 55’ Ausstrahlung am 25.4. 2008
- „Expedition an den Rand der Welt“ Zürcher Fassung
Rote Fabrik, November 09
-„Schengen Border Observation Point“
im Rahmen von Stadion X Warszaw (PL) 8.-15. June 2008
„E-bay- Endlich zum Anfassen“
im Rahmen des Festivals „Was ist WERT“, 21., 22. Juni 2008, Kunstforum Hellerau (D),
- „M*A*S*C*O*T*S“
Oktober 2008 Premiere Schlachthaus Bern, Kaserne Basel, Transporttheaterfestival München, Mai 2009 Dresden, Societätstheater
- „ Expedition an den Rand der Welt“ Berliner Fassung
im Rahmen von Dein Wort in Gottes Ohr, Festival Sophiensaele & ausland, Dezember 2008
2009
- "Das perfekte Verbrechen"
März 2009 Premiere im luzernertheater
- "Audiokommentare am Stadttheater Bern"
fortlaufend Spielzeit 09
- "Drei Begriffserklärungen"
Performance Office, Juni 2009, Kaserne Basel
Aussicht:
- Herbst 09 „Mascots II - Und sie kommen nicht zur Ruhe!“
- Frühjahr 2010 „Sehnsucht nach Familie Krause“
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Aktion/Reaktion über nicht eingehaltene Zusagen/ Streit mit Niels Ewerbeck/Gessnerallee Zürich
Von: ewerbeck@gessnerallee.ch
Betreff: Catastrophes
Datum: 17. Mai 2005 19:39:05 MESZ
An: schauplatz@gmx.net, lars2005@gmx.net
Liebe Schauplatz-Mitglieder,
leider stehen die Catastrophes hier unter keinem guten Stern. Nach langen überlegungen zu den Erfahrungen der zu Ende gehenden Spielzeit habe ich mich dazu durchgerungen, eine Rückzieher im Hinblick auf die Beteiligung an Eurem nächsten Stück zu machen. Es tut mir wirklich sehr Leid, Euch damit Probleme zu bereiten. Ich wünschte, es liesse sich vermeiden. Aber es spricht zu viel für mich dagegen. Bitte lasst es mich in ein paar Sätzen erklären.
Auslöser bei den ganzen überlegungen waren zunächst vor allem Probleme bei der Spielplangestaltung der nächsten Saison. Vor dem Hintergrund einiger objektiver Zwänge, wie etwa insgesamt etwas weniger Programm zu machen, Doppelvorstellungen und parallele Vorstellungsblöcke in den beiden Teilen der Halle zu vermeiden, dabei aber Tanz und Theater gleichmässig zu berücksichtigen und gleichzeitig hin und wieder auch Luft, Geld und Umbauzeit für grössere internationale Gastspiele zu haben, sind wir mit der Programmplanung in eine Zwickmühle geraten, in der plötzlich gar nichts mehr zu gehen schien. Wir mussten einiges aus dem Plan streichen, um handlungsfähig zu werden, um einen Spielplan zu gestalten, der auch unsere jüngsten Erfahrungen hier in Zürich berücksichtigt. Dazu gehört z.B. auch, dass einzelne Gastspiele sich nur extrem schwer an den Mann und die Frau bringen lassen, wenn man sie nicht als grosses "Highlight" kommuniziert. Dazu gehört auch die Erfahrung, dass in Zürich von uns eine stärker ausdifferenzierte Profilierung als Haus erwartet wird als etwa in Düsseldorf. Wenn Schauplatz in der letzten Spielzeit im Neumarkt, in der Roten Fabrik und in der Gessnerallee aufgetaucht ist, so ist das für Schauplatz vielleicht gut, für die Gessnerallee ist es meines Erachtens ein Problem, dass ich nur durch den Rahmen von Gipfelstürmer handhaben konnte. So etwas lässt sich aber leider um Schauplatz herum als Kontext in der kommenden Spielzeit nicht konstruieren. Ihr Lieben, ich lade alle Schuld auf mich, aber meine Vorbehalte sind zu gross, um meine Zusage aufrecht zu erhalten. Ich weiss, dass ein Rückzieher jetzt scheisse ist. Aber alles andere wäre gegen meine überzeugung.
Ich hoffe Euer ärger über mich dauert nicht ewig und verhindert vor allem nicht, bei späterer Gelegenheit wieder Wege der Zusammenarbeit zu finden.
Zerknirschte, aber herzliche Grüsse
Niels
PS: Anna-Lisa, ist das Kind schon da? Wie geht es Dir?
Niels Ewerbeck
Theaterhaus Gessnerallee
Leitung
Gessnerallee 8 CH-8001 Zürich
Tel: +41.1.225 81 15
Fax: +41.1.225 81 20
ewerbeck@gessnerallee.ch
www.gessnerallee.ch
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Lieber Niels, schlechter Stil. Wir haben uns informiert: Bei deiner Zusage handelt es sich um einen Vorvertrag. Die Sache wäre bindend. Nun, wir wollen nicht streiten. Wir erwarten aber ein deutliches Entgegenkommen: Kompensation in Form von Angeboten zum Beispiel, wenn nicht an der Gessnerallee, dann woanders, ma fois. Dafür hat man ja Netzwerke. Und woanders weiss man sich vielleicht auch gegen die Macht des Faktischen zu behaupten und woanders glaubt man vielleicht auch, mit Theater nicht Staat machen zu müssen, sondern das Gegenteil. Dafür sind wir gut zu gebrauchen.
Martin
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lieber nils, seit deiner absage für unsere nächste produktion ist einige zeit vergangen, ich bin inzwischen mutter von einem kleinen buben geworden! es geht uns gut, allen dreien.
einige worte noch zu uns, "atlas of catastrophes" und der gessnerallee. deine absage hat uns ziemlich aus heiterem himmel getroffen und ist für uns auch dementsprechend mühsam, weil sie zu spät kommt. Für uns heisst das jetzt auf die schnelle einen entsprechenden ort zu finden, um in unserem produktionsbudget nicht ein riesenloch entstehen zu lassen. Am meisten trifft mich, obwohl du es nicht direkt so formulierst, aber durch die blume so gesagt hast, dass schauplatz international nicht zu den "highlights" gehört und du uns deshalb abbuchst. Wir sind definitiv ein unsicherer wert und das willst du dir nicht leisten. dass ein auftritt in der gessnerallee für die jeweilige gruppe zu einer verkaufsshow wird, habe ich bei "free keiko..." schon gespürt und das war mir damals schon extrem unangenehm. Bestimmt also schliesslich in der gessnerallee doch die masse der zuschauer, was künstlerisch wertvoll ist. dass auch wir ein teil auf einem harten markt sind, ist mir bewusst, aber dass du jetzt so knallhart rechnest, hätte ich dann doch nicht gedacht. du weißt, wir werden das schlucken und sogar ein verständnis für deine situation aufbringen müssen. schlussendlich fällt alles auf uns zurück. diese gnadenlose abhängigkeit von solchen gastspielhäusern, wie das uns jetzt mit dir passiert ist, empfinde ich als erniedrigend und ausbeuterisch und hoffe, dass sich dies in zukunft nicht wiederholen wird. mit besten grüssen und wünschen für die zukunft, anna-lisa
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sehr geehrter herr everbeck wir haben uns als schauplatz international sehr lange eine adäquate reaktion auf ihren vertragsbruch, denn ein solcher ist es jaja, überlegt. wir werden anfangen diplomaten auszuweisen, so fängt man an, wir überlegen uns im sicherheitsrat noch rückendeckung zu holen, aber wir machens sonst auch allein, sie wissen zu was wir fähig sind, wenn es darum geht die welt gerechter zu machen. auch wenn es sich nur um die kleine theaterwelt handelt. wir haben, weil wir noch kein hailight sind noch kontakte zur realen welt, wenn man juristen dazu zählen will. zum juristischen: der staat gessnerallee ist gegenüber dem staat schauplatz int. vertragsbrüchig geworden. das kann man in zh bis zum bezirksgericht ziehen. wir könnten 60% der summe fordern. nur zum klären, dass man mit uns nicht einfach wie mit den letzten glasperlen anbetenden indianern von manhatten umgehen kann. zweitens verfüge ich leider, obwohl mir diese games zuwider sind, über gute kontakte zur präsidialabteilung zh, die ich nie genutzt habe für unsere arbeit (how stupid), auch dort liesse sich das ganze natürlich streuen. drohung?terror?nein. nein. wir kleinen staaten müssen mittel haben um gegen grossmächte wie sie zu bestehen. leider können wir keine flugzeugträger entsenden, wir sind auf selbstmordattentäter, wir sagen ihnen widerstandskämpfer angewiesen. es geht bei uns nicht, wie bei ihnen um ein profil sondern um brot. wir sagen diesen massnahmen "druck ausüben", um an den verhandlungstisch zurückzukehren. gleichzeitig möchten wir ihnen in erinnerung rufen, dass sie ihren, regelmässig entlöhnten job, nur ausüben können, weil es auch uns gibt und nicht umgekehrt, ausser sie würden selber auftreten.
unser vorschlag:
verschaffen sie uns kontakte, die uns
a) einen auftrag verschaffen, bei dem wir verdienen b) auftrittsmöglichkeiten für bestehende produktionen
c) geben sie ein interview mit von uns ausgesuchten medien, wo sie uns als die verkannteste kleinmacht des kontinents bezeichnen. alle drei massnahmen müssen uns einkünfte in der höhe, des von ihnen versprochenen betrags einbringen. so oder ähnlich.
col. Al Bert (oberkommandierender des volksheeres zur verteidigung von schauplatz int.)
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lieber niels
wir haben fest damit gerechnet mit euch zu produzieren. alle argumente die du mir in deinem mail dagegen anführst befriedigen natürlich in keiner weise. vielmehr denkt man sich, welche hintergründe noch da sein müssen, die ausgespart bleiben sollen. so ein vertrauen, was sich durch eine längere erfolgreiche zusammenarbeit begründet, ist immer sehr brüchig: wenn es um unseren direkten und dringenden bedarf an mitteln zum leben geht - das unmittelbare überleben - umso mehr. wir können es uns nicht leisten auf eines unsrer projekte zu verzichten. wir müssten vorarbeiten die wir gemacht haben und die uns auch viel gekostet haben jetzt abschreiben. das wollen wir nicht, weil genau dieser vorgang uns aufreibt. verstehe, dass es uns ziemlich schwer fallen müsste, deinem rückzieher zuzustimmen. deine mail vom 13.10. bestätigte nicht nur euer interesse sondern ist im wortlaut auch eine vereinbarung. um diese vereinbarung zu erreichen haben wir im oktober 04 einer geringeren gage für das free keiko-gastspiel vom februar 05 zugestimmt. wenn "atlas of catastrophes" bei euch nun nicht zustande kommen sollte, sehen wir uns auch was die verhandlung von damals betrifft über den Tisch gezogen. das zeigt uns umso mehr, wieviel wir von dir - was das geschäftliche angeht - noch glauben können. bei aller freundlichkeit deines tons. tja, mach uns doch ein gegenangebot, mit dem wir leben können... lars
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