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Die Kleist-Retraite




INDEX:

Die Kleist-Retraite
The Kleist Retreat 2011
Aufführungsdaten
Filmtrailer zum Stück
Interview mit Frau T., Mieterin in der Altersresidenz Tertianum
Weitere Fotos zum Stück
Pressefotos zum download

Presse



"Als Nahaufnahme auf das Dramenhandwerk Kleists und seine
Spiegelung in der Gegenwart leistet dieser Abend im Kleistjahr
eine kluge Denkanregung."
(Ellinor Landmann, DRS aktuell, DRS2)

Kleist war ein rastloser, getriebener junger Mann. Sein Leben führte ihn durch halb Europa und auch nach Thun. Hier hoffte er Ruhe zu finden. Sein grösster Wunsch sei es, schrieb er selbst seiner Schwester 1801, Bauer zu werden, um „ein Feld zu bebauen, einen Baum zu pflanzen und ein Kind zu zeugen“. Angeregt durch seine Rousseau-Lektüre, suchte er sich eine kleine Insel in der Aare als Zufluchtsort aus. Doch die Hoffnung erfüllte sich nicht, Kleist fand keinen Frieden. Er arbeitete an drei Stücken gleichzeitig und reiste auch bald wieder ab.

Das Stück Die Kleist-Retraite nimmt Kleists Sehnsucht nach Ruhe und Frieden auf und versucht, den Traum vom guten Leben wahr werden zu lassen: Das Stück nimmt diesen Wunsch auf und ändert den Lauf der Geschichte. Davon profitieren können allerdings nur Kleists Figuren, die ihn überlebt haben und die wir seiner ruhelosen Schaffenskraft verdanken. Die Figuren seines Werks sind in Thun zur Kur. 200 Jahre Literatur- und Theatergeschichte haben sie hinter sich, jetzt haben sie eine Pause verdient. Die Kleist-Retraite bietet Gelegenheit, sie dabei zu beobachten und Heinrich von Kleists Werk von einer ganz neuen Seite zu entdecken.

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THE KLEIST RETREAT 2011

Very very Short english version (Sorry for the poor english, but Kleist was a german poet!):

200 years after the suicide of the famous german poet Heinrich von Kleist (He shot himself in Berlin 1811). SI has found the cast of almost every play of Kleist in the little town of Thun. Thun the place where Kleist had a fucking great time, and was very kissed by several Muses. Anyway we have invited the cast of the plays to do a retreat, to recover from over 200 years of tragic life full of problems, just to talk about themselves, sing some songs, doing some sports and to talk with professionals about their problems.


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Aufführungs-Daten

Thun:
am 16. / 18. / 19. / 22. / 23. / 24. / 26. Juni, jeweils 19.30 Uhr
am 17. und 25. Juni, Überraschungsausflug (nur Abendkasse), jeweils 19.30 Uhr
Ort: Tertianum, Göttibachweg 2, Thun

Vorverkauf: Thun Toursimus, Welcome Center, Bahnhof Thun. Telefon: +41 (0)33 225 90 00. Abendkasse ab 19.00 Uhr


Konzept und Leitung: Schauplatz International (Martin Bieri, Anna-Lisa Ellend, Albert Liebl, Lars Studer)

Mit: Annemarie Vosc, Marcel Gurtner, Alfred Blum, Barbara Zbinden, Helga Hänggi, Natascha Kesting, Franziska Schönauer, Sarah Flükiger, Daniel Linder, Walter Ellend, Micha Küchler
Musik: Trummer
Ausstattung: Diana Ammann
Technik und Licht: Max Stelzl
Assistenz: Isabelle Jakob
Produktionsleitung: Schauplatz International, Mathias Bremgartner

Im Rahmen von: Kleist in Thun 2011

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Filmtrailer zum Stück

in Arbeit

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Interview mit Frau T.
Mieterin in der Altersresidenz Tertianum Thun

Zwischen dem 16. und dem 26. Juni 2011 führte die freie Theatergruppe Schauplatz International im Park des Tertianums zusammen mit Laien aus der Region das Stück „Die Kleist-Retraite“ auf. Die Bewohner der Altersresidenz bekamen viel von Proben und Aufführungen mit. Besonders Frau T. hat das Treiben genau beobachtet: Eine Nachbesprechung. Das Gespräch führte Anna-Lisa Ellend für Schauplatz International.

AL: Frau T., wie haben sie die Zeit der Aufführungen erlebt?

Frau T.: Das ist irrsinnig gewesen. Alle in diesen weissen Kleidern, das war das Maximum, wunderbar.

AL: War es vor allem schön zum Anschauen?

Frau T.: Überhaupt alles, das ganz drum herum. Man wusste, man darf nur von aussen in die Chalets schauen. Das war faszinierend. Alles in weiss. Und dann das Erzählen und das Singen - man kann die Frage gar nicht richtig beantworten, so schön war es. Am liebsten wäre ich dabei gewesen.

AL: Und dann am letzten Aufführungstag haben Sie auch nochmals zugeschaut.

Frau T.: Ja, da waren diese Zelte aufgestellt und ich habe gedacht, das darf nicht sein, dass ich am letzten Abend nicht nochmals zugehört habe. So faszinierend war das.

AL: Ist ihnen ein bestimmtes Thema besonders geblieben?

Frau T.: Nein, eigentlich weniger. Mir sind diese Bilder und die Redensart geblieben, nicht ganz genau was verhandelt wurde. Ich sehe jetzt einfach noch dieses Bild vor mir. Das war so schön. Und wann findet es nochmals statt?

AL: Die Kleist-Retraite ist leider vorbei.

Frau T.: Schade.

AL: Wir hoffen, dass es noch ein Hörspiel geben wird, das am Radio gesendet wird.

Frau T.: Da kommt noch jemand, die Frau mit dem Hündchen. Komm hurtig! Vielleicht kann sie sich auch noch erinnern. (Zu ihr) Weißt du, wir haben gerade eine Diskussion, wo sie gespielt haben. Da bin ich immer schauen und ich habe gesagt, es ist schade - geht alles viel zu schnell vorbei.

Zweite Frau: Sie haben an ein paar Orten diese Dinger hängen lassen. Die Schilder wo Kasse drauf steht. Dort vorne und wenn sie jetzt hier runter gehen, dort unten an der Ecke beim Fussgängerstreifen.

AL: Also dann gehe ich die nachher noch abhängen. Das haben wir vergessen.

Zweite Frau: Ich konnte mir eben nicht vorstellen was Sie machen. Warum konnte man denn nicht in die Chalets hinein?

Frau T.: Ich weiss nicht. Es ist irgendwie... ja, warum eigentlich?

AL: Wir wollten eine Intimsphäre bewahren.

Frau T.: Man hat es dafür in den Fenstern gesehen.

Zweite Frau: Also das war nicht ein Theater, in dem Sinne, ein öffentliches?

AL: Doch, es war auch eine Art Installation. Wir hatten hier Boxen aufgestellt und innen drin hatten wir Mikrofone.

Frau T.: Ja, Wahnsinn, überall waren Mikrofone. Und die Musik war auch schön. Es hat einfach alles zusammengepasst

Zweite Frau: Ich habe es nicht gesehen. Ich mache nur morgens meine Runde und nachmittags komme ich nur her, wenn es einen nicht fast überschlägt an der Sonne. Ich ertrage die Hitze nicht.

AL: Und am letzten Abend, was war da? Sie hätten eigentlich reingehen müssen?

Frau T.: Ja, ich habe gesagt, das möchte ich noch fertig schauen. Es war lustig. Ich konnte nicht alleine raus, weil es zu hoch war. Aber dann habe ich den Rollstuhl gewendet und bin rückwärts. Ich mache alles rückwärts. Ich gehe bis zur Bushaltestelle. Und ich habe schon mal gesagt, dass ich einmal über das Kopfsteinpflaster gehe und dann gehe ich bis runter zum Wasser. Ich habe den Drang da runter zu gehen. Ich möchte einfach ans Wasser, an die Aare. Schauen.

AL: Wir fühlen uns auch verbunden mit diesem Ort. Es war für uns sehr wichtig die Kleist-Retraite hier zu spielen. Hatten Sie denn das Gefühl, Sie seien Teil des Ganzen?

Frau T.: Ja, schon.

AL: Wenn ich das nächste Mal vorbeikomme, kann ich ihnen ja ein paar Fotos mitbringen.

Frau T.: Es ist einfach schade, dass es vorbei ist. Ich hoffe, wir haben wieder mal so etwas. Anna-Lisa, die Zeit geht so schnell vorbei. (Frau T weint)

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Fotos zum Stück

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