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Bunter Abend: Put Up Your Family







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Bunter Abend: Put Up Your Family
Variety: "Put Up Your Family", English short version
PUT UP YOUR FAMILY- ein Erlebnisbericht
Fotos zum Stück

Presse



Bunter Abend: Put Up Your Family



Die Familie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft. Die Familie ist Institution gewordene Gemeinschaft. Die Familie ist Heimat. Sie ist der rettende Hafen und Utopia zu gleich. Sie ist zu viel auf einmal: Die Familie ist ein Schlachtfeld. Was tun also, wenn die Idylle getrübt ist, wenn das Familienfest zum Alptraum wird. Die Lösung und Heilung beginnt mit der Einsicht in die Ordnung der Familie und dem Erkennen, wann, wie und nach welchen Gesetzen die Lösung aus schicksalshaf-ten Verstrickungen gelingt. Wir, die Gruppe, zeigen vorbereitete Beispiele aus unserer Auseinandersetzung. Ein Conferencier führt durch den familiären Bunten Abend.

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Variety: "Put Up Your Family"

Family is the nucleus of society. Family is institutionalized community. Family is home. It is both the saving harbour and utopia. It is too much at one time: The Family is a battlefield. Which do thus, if the idyl is clouded, if the family celebration becomes the nightmare. The solution and the healing comes with the understanding of the routine of the family.
We, the group, are showing prepared examples from our examination. A conferencier leads through the familiar variety.

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PUT UP YOUR FAMILY- ein Erlebnisbericht

Im Flachland ist der Frühling bereits angebrochen. Die ersten Blumen spriessen. Eine milde Wärme breitet sich aus. - Nicht so hier oben: An den schattigen Stellen liegt noch Schnee und ein kühler Wind bläst dem Jura entlang. Das Ringen der Jahreszeiten ist noch nicht entschieden. Dicke Wolken kommen über den Chasseral (höchste Erhebung des Schweizer Juras, Anm.d.Red.) und verbergen die Sonne. "Ich will Licht ins Dunkel meiner Familie bringen", sagt Jule nachdenklich und zieht sich die Kapuze tiefer ins Gesicht - es wird gleich zu regnen beginnen, wie so oft in den letzten Tagen. "Da liegt einiges verborgen", sagt sie etwas leiser. Jetzt fallen die ersten Tropfen. Unterwegs mit Jule. Und mit den anderen. Unterwegs auf dem alltäglichen Spaziergang. Wir entfernen uns von der windschiefen Skihütte am Chasseral, in die wir uns zur Retraite zurückgezogen haben und stapfen dem Regen entgegen, alle gemeinsam. Sieben Leute, eine gute Gruppe. Zusammengeführt hat sie das Interesse an der eigenen Geschichte, "und der Wille, sich intensiv damit auseinander zu setzen, an sich zu arbeiten", sagt Anna-Lisa, die die Gruppe zusammen mit ihrem Mann Albert führend begleitet. "Wir sind eine Familie", ergänzt Albert, "diese Atmosphäre des Vertrauens ist uns wichtig. So kann sich jeder frei und gleichzeitig geborgen fühlen - so kann etwas Neues entstehen". Selbsterfahrung als kreativer Prozess. Anna-Lisa und Albert wollen helfen. Sie wollen die Leute einfach auf den Weg bringen. Auf den Weg zu ihrer Vergangenheit, zu Dingen, die sie nicht mehr wissen, zu ihren Familiengeschich-ten. Und am Ende dieses Wegs steht auch ein klares Ziel: alle sollen die eigene Geschichte erzählen. Unverkrampft, mit Freude und auf ihre persönliche Art. Matthias zum Beispiel macht Musik. Das ist sein Ausdrucksmittel, andere zeichnen oder singen oder spielen Theater. Aus dieser Sammlung entsteht ein bunter Abend. Vor Freunden, Verwandten und auch Fremden. "Das ist der letzte Schritt der Verarbeitung: Etwas ausstellen von sich, Distanz nehmen dazu und gleichzeitig ganz dazu stehen, es sich aneignen, damit man auf der Bühne bestehen kann", erklärt Anna-Lisa. Der Regen hat eingesetzt. Wir gehen bergan. Walter, der älteste der Gruppe, schreitet voran. Er geniesst den Respekt der anderen, weiss wo's lang geht. Der Reihe nach erzählt jeder aus seinem Leben. Das gehört zur Arbeit: Offenherzigkeit. Das weiss auch Lars. Er möchte seine Vaterrolle besser verstehen lernen. Oder Anna-Lisa, die sich fragt, ob sie überhaupt ein Kind haben möchte. Sie glauben beide, dass die Antwort auf diese Fragen in ihren Familien zu finden ist. Da ist kein Detail unwichtig: z. B. die Leib-speise, die niemand so gut kocht wie Mutter, und die hier jeder für die anderen auftischt. Einmal Omeletten, einmal Portweinschinken, einmal Hackbraten. Davon träumen jetzt wohl alle, aber der Weg führt weiter bergwärts. Albert will noch ein Familienfoto machen. An der nächsten Biegung stellt er seine Verwandtschaft auf, alle in der richtigen Position, ein Bild, wie es im Buche steht. Familienalben und Familienfilme, Stammbäume und alte Briefe, Musik und Tanzen und immer wieder Erinnerungen über Erinnerungen - alles kommt zur Sprache. Alles ist Bestandteil dieser Biographien, Material dieser Leben. Daraus soll etwas Neues entstehen. "Das Prinzip hat sich bewährt", sagt Albert, "die Leute interessieren sich für diese Art der Seelenreinigung. Da besteht ein grosses Bedürfnis. Und die bunten Abende, sind ein richtiger Renner. Das wollen die Menschen sehen." Dann lässt sich damit also auch Geld verdienen? "Ja, schon. Aber das ist natürlich nicht das Wichtigste." Anna-Lisa: "Das Wichtigste ist, dass die Menschen glücklich werden und damit andere glücklich machen." Jetzt stehen wir ganz oben. Der Chasseral ist menschenleer. Der Regen hat einen Moment ausgesetzt. Hinter uns türmen sich die Wolken, vor uns liegt die Ebene und der Frühling. "Ich kann so weit sehen!", staunt Jule, "das ist sehr schön." Am nächsten Tag wird die Sonne scheinen (mbi).

Regie: Ellend/Liebl/Studer
Mit: Anna-Lisa Ellend, Walter Ellend, Martin Bieri, Albert Liebl, Lars Studer, Juliane
Werner, Susi Wirth
Musik: Matthias Wyder

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